

Im Rahmen der Studie „Movin’On the Young Generation“ fand das Marktforschungsunternehmen Kantar heraus, dass junge Menschen der Generationen X, Y und Z ihrem Drang nach Freiheit besonders in Großstädten nachgehen können. Der Grund: Hier finden sie eine umfassende Infrastruktur vor, die über das eigene Fahrrad oder Auto hinausgeht. Mit dem öffentlichen Nahverkehr, E-Scooter und Car-Sharing-Angeboten erreichen sie ihre Ziele flexibel und innerhalb kürzester Zeit.

Movin’On the Young Generation
Für die im Juni 2022 durchgeführte Befragung wurden 24 qualitative Interviews mit Städtern zwischen 18 und 34 Jahren aus Paris, Nantes, Madrid, Barcelona, Berlin, Köln, New York, Seattle und Montreal geführt. Diese geben einen Einblick darüber, was jungen Menschen in Bezug auf Neue Mobilität und Umwelt besonders wichtig ist und wie sie zu Elektrofahrzeugen stehen. Die Ergebnisse werden zurzeit entschlüsselt und stehen demnächst unter dem Titel „Movin'On the Young Generation“ zur Verfügung. Fest steht bereits, dass die 18- bis 34-Jährigen durch die Corona-Pandemie ein neues Verhältnis zum Raum entwickelt haben und die Bedeutung von Mobilität steigt.
„Die Generationen Y und Z sind die ersten vollständig multimodalen Generationen. Auch Autos nutzen sie in ihrem Transportmix, solange sie umweltfreundlich sind" ISABELLE RIO LOPES, DIREKTORIN DER ABTEILUNG MOBILITÄT BEI KANTAR
Als weitere Informationsquellen der Befragung liegen bereits zuvor gewonnene Erkenntnisse zum Mobilitätsverhalten der jungen Generationen zugrunde: Die 2021 durchgeführte Studie Mobility Futures, für die knapp 10.000 Interviews mit Menschen der Generationen X (geboren 1966 – 1980), Y (geboren 1981 – 1995) und Z (geboren 1995 – 2010) aus den Städten Chicago, New York, Sao Paulo, Berlin, Brüssel, Kopenhagen, London, Madrid, Mailand, München, Paris, Nantes und Seattle geführt wurden. Und außerdem das Kantar Issue Barometer, das kulturelle Trends der Weltbevölkerung ab 16 Jahren aufspürt – mit 500 bis 800 Befragten aus je 19 Märkten.
Insgesamt konnten aus der Mobilitätszukunftsstudie zwei wichtige Lehren gezogen werden, die unter Einbeziehung der Partner (Kantar, Accenture, CGI und Arval) bereits der Öffentlichkeit präsentiert wurden.
Mehr positive Assoziationen zur Mobilität seit der Pandemie
Junge Großstädter nehmen Fortbewegungsmöglichkeiten heute emotional positiver wahr als vor der Pandemie. Im Alltag bevorzugen sie sanfte und aktive Mobilität, fahren also Fahrrad oder gehen zu Fuß. Die Gründe: Um sich körperlich zu betätigen und weil Bewegung an der frischen Luft dabei hilft, sich mental zu entspannen und den Kopf freizubekommen. Impulse von außen – Begegnungen im Park, kurze Unterhaltungen an der Ampel oder ein Gruß im Vorbeigehen – heben die Stimmung und bereichern den Weg um positive Erlebnisse. Darüber hinaus stehen jungen Städtern mit flexiblen Fortbewegungsmitteln mehr Möglichkeiten offen: Statt sich für Einkäufe ausschließlich innerhalb des eigenen Viertels und somit eines Mikrokosmos zu bewegen, nutzen sie dafür vermehrt unbekannte Straßenzüge. Die Stadt wird zunehmend als lebendige Umgebung wahrgenommen, die es zu entdecken gilt.
„Junge Leute haben heute kein Problem damit zu sagen, dass sie gerne Auto fahren: sie genießen das Gefühl der Freiheit von A bis Z - auch dank der neuen digitalen Apps und Geräte, die sie zum Teil mit Videospielen vergleichen." MICHEL GEORGES, LEITER DER KOMMUNIKATIONSABTEILUNG VON MOVIN'ON
Mobilität als Ausdruck des Way of Life
Für die jungen Generationen steht das Auto dennoch weiterhin als Symbol von Freiheit – und ist mit dem wachsenden Interesse an Elektrofahrzeugen mit einer verantwortungsvolleren Lebensweise verknüpft. Das E-Auto erfüllt die Wünsche der 18 bis 34-Jährigen: Es symbolisiert die Freude am Fahren und der Fortbewegung, gleichzeitig bleibt der ökologische Fußabdruck vergleichsweise gering. Somit verkörpert es sinnbildlich diese pragmatischen Generationen, die sich für moderne Technologien interessieren, gleichzeitig aber sehr sensibel in Bezug auf die Auswirkungen ihres Handelns und ihres Verbrauchs sind.
Stellenwert der Umwelt nimmt zu
Die befragten Teilnehmer der Generationen Y und Z sehen im Umweltschutz einen entscheidenden Dreh- und Angelpunkt für ihre Lebensführung. Als erste Generation, die nachdrücklich umweltbewusst lebt, ist ihnen der nachhaltige Umgang mit Ressourcen wichtig – ob im Straßenverkehr oder beim Wocheneinkauf. Trotzdem gehören das Reisen und das Entdecken und Erleben der Welt in all ihren Facetten für sie dazu, wofür der klassische Benziner als Transportmittel keineswegs ausgeschlossen wird. Was eine generelle autofreie Mobilität anbelangt, ist Europa weitaus aufgeschlossener als die USA, in denen das Auto wie kein anderes Fortbewegungsmittel das Gefühl von Freiheit symbolisiert.
E-Mobilität ist zukunftsweisend – aber nicht ausreichend
Junge Menschen sehen in der E-Mobilität grundsätzlich einen Fortschritt gegenüber Benzin- und Dieselmotoren. So geben immerhin 66 % der Studienteilnehmer an, dass sie bei der Anschaffung eines neuen Fahrzeugs ein Elektroauto in Betracht ziehen würden. Dennoch sind noch nicht alle Bedenken und Hemmschwellen gegenüber Elektro-Mobilität abgebaut.
Positive Gefühle bei der Nutzung
Positiv hervorzuheben ist, dass die Befragten das Fahrerlebnis mit einem E-Auto als gleitend und futuristisch anmutend beschreiben. Der Grund dafür ist das leicht zu manövrierende, beinahe lautlose Fahrzeug. Neben den geringen Emissionen gefällt ihnen das Fahren mit einem Automatikgetriebe ebenso wie das gute Gefühl, das E-Auto auch für kurze Strecken nutzen zu können – ganz ohne Schuldgefühle.
Lückenhafte Infrastruktur
Einige Faktoren wie das kostenlose Aufladen an öffentlichen Ladestationen, freies Parken in Innenstädten oder finanzielle Zuschüsse vom Staat begünstigen die Nutzung von E-Mobilität. Andere, wie das Fehlen von Ladesäulen in ausreichender Menge, die langen Ladezeiten oder die teuren Anschaffungskosten, lassen junge Leute allerdings Abstand nehmen.
Gefahren im Straßenverkehr
Manche Studienteilnehmer sehen im fehlenden Motorengeräusch eine große Gefahr für den Straßenverkehr. Denn durch das nahezu lautlose Fahren nehmen andere Verkehrsteilnehmer E-Fahrzeuge oft später wahr als Benziner. Auch Tiere auf der Fahrbahn können eine Herausforderung darstellen, wenn diese das E-Auto nicht bemerken. Deshalb ist es wichtig, in der Geräuschkulisse einer Großstadt besonders umsichtig zu fahren und verstärkt Rücksicht zu nehmen – was auf viele junge Menschen unattraktiv wirkt.
Kulturelle Besonderheiten
Die Studie zeigt auch, dass es länderspezifische Unterschiede gibt. So reicht es den deutschen Großstädtern nicht aus, nur E-Auto zu fahren. Ihnen ist wichtig, dass das Fahrzeug mit regenerativen Rohstoffen beziehungsweise Öko-Strom geladen wird. Zudem sind sie der Meinung, dass ein E-Auto nicht als Privat-PKW genutzt, sondern im Sinne des Car-Sharing geteilt werden sollte. Junge Spanier hingegen werden beim Gedanken an E-Mobilität wehmütig: Sie verknüpfen das Fahren mit Gangschaltung ebenso wie das Motorengeräusch direkt mit dem Fahrspaß im Auto.
Fazit: Move as you are
Gewissenhaftigkeit und ein bewusster Umgang mit vorhandenen und nachwachsenden Ressourcen stellen für die Generationen Y und Z eine wichtige Voraussetzung ihrer Lebensweise dar. Im Vergleich zu früheren Generationen fühlen sie sich deutlich bewusster in der Pflicht zu handeln. Gleichzeitig wachsen die Ansprüche junger Städter: Sie fordern bessere Bedingungen für die Einführung der Neuen Mobilität, damit sich diese schnellstmöglich etabliert. Damit nehmen sie ihre Rolle als aktive Mitgestalter einer nachhaltigen Lebensweise sehr ernst.
Zusammen mit Kantar, dem Weltmarktführer für Daten, Studien und Beratung, präsentiert Movin'On, das führende globale Ökosystem für nachhaltige Mobilität, die Ergebnisse der Studie „Movin'On the Young Generation“. Indem es Länder, Städte, Zivilgesellschaften und Unternehmen zusammenbringt, schafft Movin'On konkrete Lösungen und Innovationen für die Mobilitätsbedürfnisse unserer Zeit. Das Ziel: Allen Beteiligten eine Stimme zu geben, um gemeinsam zum Fortschritt der Gesellschaft beizutragen – und zwar so ressourcenschonend wie möglich.
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